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Autor Thema: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?  (Gelesen 12713 mal)

Offline Xaar

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Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« am: 25. September 2010, 18:51:56 »
Hallöchen!

Seit einer Woche hab ich eine Sun Fire V480 und ein Sun StorEdge 3500 in meinem Besitz. Nun hab ich von dem ursprünglichen Eigentümer den Auftrag bekommen, die Festplatten komplett zu formatieren.

Also hab ich die Fire von der Sparc-DVD von Solaris 10 1/06, die ich habe, im Einzelnutzermodus gestartet und wollte die Platten mit "format" formatieren. Das ging soweit ganz gut (nach etwa 1,5 Stunden war das Format der ersten der 7 73 GB FC-AL-Platten fertig), allerdings hat das Programm dann eine Oberflächenanalyse begonnen - die nach rund 4 Stunden gerade mal bei der Hälfte der Platte angelangt war.

Nun suche ich eine Möglichkeit, die Platten zu formatieren OHNE die Oberflächenanalyse durchführen zu müssen.

Wie lässt sich das bewerkstelligen? Insgesamt hat der Verbund 7 Platten (je 73 GB), davon 2 in der Fire und 5 im StorEdge.

Vielen Dank!

Grüße, Xaar.

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Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« am: 25. September 2010, 18:51:56 »

Offline Drusus

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #1 am: 25. September 2010, 20:21:17 »
Moin,

ich habe gerade keine leere/freie Platte zum testen aber ich meine, dass bei dem "format" angeben kann ob/welche zusaetzliche Analyse man ueberhaupt moechte. Dort kann man dann afaik die zusaetzliche Analyse einfach abschalten und somit nur das format durchfuehren.

Tschau,
  Drusus.

Offline stiefkind

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #2 am: 25. September 2010, 23:35:35 »
ich habe gerade keine leere/freie Platte zum testen aber ich meine, dass bei dem "format" angeben kann ob/welche zusaetzliche Analyse man ueberhaupt moechte.

Ich habe eben mal einen kurzen Blick in die Manpage zu format(1M) geworfen (Solaris 10, versteht sich). Daraus:

Zitat
analyze
Run read, write, compare tests, and data purge. The data purge function implements the National Computer Security Center Guide to Understanding Data Remnance (NCSC-TG-025 version 2) Overwriting Algorithm. See NOTES.

Ich habe das selber noch nie benutzt und vermute, das dauert auch eine Weile, weil vermutlich die Platte mehr als einmal beschrieben wird. Was genau hinter diesem NCSC-TG-025 version 2 steckt, kann man sicherlich irgendwo im Netz nachlesen.

Eine Oberflächenanalyse dauert ziemlich lang, weil das eine ganze Menge I/Os auf die Platte macht. Und eine einzelne SCSI-Platte macht halt mal nur so 150-200 IOPS, wenn's hoch kommt.

wolfgang

Offline Xaar

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #3 am: 26. September 2010, 08:48:33 »
Hallo!

Danke erstmal für die Antworten. Mit den manpages komme ich immernoch nicht so recht klar :\

Von einem Forumsmitglied hier hab auch den Hinweis bekommen, dass ich einfach ein Dateisystem mit mkfs anlegen könnte. Unter WEGA 3.0 (UNIX System III aus DDR-Zeiten) war das soweit kein Problem, aber unter Solaris 10 hab ich das nicht hinbekommen - wohl auch aus Mangel an Kenntnis über die Syntax des Befehls mkfs.

An sich hätte ich nicht mal ein Problem damit, wenn der gesamte Formatierumfang (der ja zur Zeit pro Platte so geschätzte 10 Stunden dauert) sich auf einen halben Tag beläuft. Aber rund 70 Stunden die Kiste durchlaufenlassen will ich nicht. Zum Einen wegen des doch recht hohen Stromverbrauchs und zum Anderen wegen des Lärms, den die Fire macht. Stress mit meinen Nachbarn brauche ich nicht wirklich ;)
So wie ich das in Erinnerung habe, kümmert sich bei SCSI ja der Controller um das Formatieren. Ist das auch bei Fibre Channel (FC-AL) so? Ließe sich das Formatieren vielleicht parallelisieren? Mehrere Anmeldungen gleichzeitig (also über je eine andere Konsole) dürfte im Einzelnutzerbetrieb ja sicher nicht gehen. Könnte ich denn einen "Mehrbenutzer"-Betrieb (also beispielsweise mehrere Konsolen, bei denen ich mich als root anmelde und dann je eine Platte formatieren lasse) von DVD aus starten?

Vielen Dank, Xaar.

Offline Fleedwood

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #4 am: 26. September 2010, 11:32:41 »
Von einem Forumsmitglied hier hab auch den Hinweis bekommen, dass ich einfach ein Dateisystem mit mkfs anlegen könnte. Unter WEGA 3.0 (UNIX System III aus DDR-Zeiten) war das soweit kein Problem, aber unter Solaris 10 hab ich das nicht hinbekommen - wohl auch aus Mangel an Kenntnis über die Syntax des Befehls mkfs.

ich glaub nicht, daß mkfs wirklich alle Daten überschreibt, dafür geht das deutlich zu schnell.

Überschreib doch einfach alle Daten mit dd. Sowas wie "dd if=/dev/zero of=<raw device> bs=1M" sollte doch ausreichen

Zitat
So wie ich das in Erinnerung habe, kümmert sich bei SCSI ja der Controller um das Formatieren.

ich weiß nicht ob format einen lowlevel Format auf SCSI Ebene anstößt...

Zitat
Ließe sich das Formatieren vielleicht parallelisieren?

wenn die Platte den format selber macht, sollte das auch kein Problem sein, macht schließlich die Platte alleine.
Schick dafür wären sowas wie sg_utils unter Linux, da schickste einfach die ganze Kommandos in den Background
und wartest biste alle fertig sind.

Thomas.

Offline maal

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #5 am: 26. September 2010, 12:16:42 »
Ließe sich das Formatieren vielleicht parallelisieren? Mehrere Anmeldungen gleichzeitig (also über je eine andere Konsole) dürfte im Einzelnutzerbetrieb ja sicher nicht gehen. Könnte ich denn einen "Mehrbenutzer"-Betrieb (also beispielsweise mehrere Konsolen, bei denen ich mich als root anmelde und dann je eine Platte formatieren lasse) von DVD aus starten?

Das sollte eigentlich gehen. Beim Installieren von DVD über die grafische Oberfläche kann man doch mehrere Terminal-Fenster öffnen. Sofern der Server auch einen Framebuffer und eine lokale Tastatur/Maus hat, sollte es gehen.
Eine andere Möglichkeit wäre eine Mininal-Installation auf einer Platte (die von der Formatierung ausgenommen ist) und anschließend über SSH mehrere Sitzungen aufmachen und parallel die anderen Platten formatieren.

Worum geht es eigentlich bei der Löschaktion ? Nur den Inhalt der Platten überschreiben oder die Platten auch auf Fehler testen ?
Im ersten Falle reicht ein destruktiver Test aus (das Prüflesedurchgang kann man abbrechen), der die Platte mit einem Muster füllt.

Michael
« Letzte Änderung: 26. September 2010, 12:47:02 von maal »

oreissig

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #6 am: 26. September 2010, 12:51:01 »
täte es nicht auch sowas in folgender art?
dd if=/dev/zero of=$PLATTE1 bs=5000000 &
dd if=/dev/zero of=$PLATTE2 bs=5000000 &
dd if=/dev/zero of=$PLATTE3 bs=5000000 &
...

dd erwartet keine interaktion, kann also locker gleich von vornherein im hintergrund gestartet werden

Offline Xaar

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #7 am: 26. September 2010, 13:24:57 »
Also es geht nur um die "Datenvernichtung", da der Rechner als DB-Server im Einsatz war, sprich die ganzen Daten sollen einfach nur "entsorgt" werden, damit sie nicht in fremde Hände fallen (wodurch auch immer).

Mit dd hab ich es schon probiert, das hat bei meiner "neuen" Ultra 2 (die soll auch "geplättet" werden) nach wenigen Minuten mit einer Fehlermeldung (so nach dem Motto: "kein Platz mehr auf /tmp") abgebrochen :(

oreissig

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #8 am: 26. September 2010, 13:40:48 »
Mit dd hab ich es schon probiert, das hat bei meiner "neuen" Ultra 2 (die soll auch "geplättet" werden) nach wenigen Minuten mit einer Fehlermeldung (so nach dem Motto: "kein Platz mehr auf /tmp") abgebrochen :(
:o sagt die man-page vll etwas über die voraussetzungen, die dd braucht?

Offline Xaar

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #9 am: 26. September 2010, 14:02:07 »
Hm, also ich habs nochmal mit dd probiert. Hier die "Antwort" des Rechners:
# dd if=/dev/zero of=/dev/c0t0d0
WARNING: /tmp: File system full, swap space limit exceeded
write: No Space left on device
261729+0 records in
261729+0 records out

Mit oreissigs Syntax (also zzgl. bs=5000000) kommt das hier:
# dd if=/dev/zero of=/dev/c0t0d0 bs=5000000
WARNING: /tmp: File system full, swap space limit exceeded
dd: unexprected short write, wrote 4155072 bytes, expected 5000000
26+0 records in
26+0 records out
:(

Grüße, Xaar.

sonnenblen.de - Das unabhängige Sun User Forum

Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #9 am: 26. September 2010, 14:02:07 »

Offline stiefkind

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #10 am: 26. September 2010, 14:38:54 »
Hm, also ich habs nochmal mit dd probiert. Hier die "Antwort" des Rechners:
# dd if=/dev/zero of=/dev/c0t0d0
WARNING: /tmp: File system full, swap space limit exceeded
write: No Space left on device
261729+0 records in
261729+0 records out

Das Device ist falsch. Da muss noch ein Slice dahinter. Bei Solaris geht das Slice 2 normalerweise über die ganze Platte. Je nach dem, wer die Maschine vorher in der Hand hatte, kann das auch anders sein. Auskunft darüber gibt Dir format und dann partition -> print (aus dem Kopf, ich drücke immer nur <p><enter><p><enter>).

Ein # dd if=/dev/zero of=/dev/c0t0d0s2sollte das tun, was Du willst (ich habe ein s2 angehängt).

Wobei es aus sicherheitstechnischer Sicht umstritten ist, ob es zum zuverlässigen Löschen ausreicht, eine Platte einfach einmal mit Nullen zu überschreiben. Aber diese Diskussion lasse ich hier vorerst weg :)

Und Manpages lesen ist Übungssache. Aber ohne kann man meines Erachtens ein Unix nicht vernünftig und differenziert genug bedienen.

Das /tmp liegt bei Solaris übrigens per default im Memory und ist ungefähr so groß, wie Memory in der Maschine verfügbar ist, nach dem Betriebssystem und Applikationen läuft. Wenn man /tmp voll schreibt, fängt die Maschine i. d. R. mit extensivem Paging an. Will man nicht. Vorteil: /tmp ist sauschnell. Ich kompiliere gerne da drin. Man muss nur aufpassen, seine Sachen vor dem nächsten Reboot wo anders hin zu kopieren :)

wolfgang

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #11 am: 26. September 2010, 15:03:14 »
Moin,

wenn ihr nach /dev/c?t?d?s? schreibt, so muellt ihr in der Tat das root-Filesystem voll. Sollte von Netzwerk oder CD/DVD gebooted sein, so wir das RAM zugemuellt und daher hier die Fehlermeldung.
Nehmt das richtige Device /dev/rdsk/c?t?d?s? (also z.b. /dev/rdsk/c0t0d0s2) ;-)

Tschau,
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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #12 am: 26. September 2010, 15:08:54 »
Nehmt das richtige Device /dev/rdsk/c?t?d?s? (also z.b. /dev/rdsk/c0t0d0s2) ;-)

Ach Mist, zu schnell gelesen oben. Drusus hat natürlich recht, es muss /dev/rdsk/c0t0d0s2 sein. Ein /dev/dsk/c0t0d0s2 müsste notfalls auch gehen, rdsk halte ich aber für sinnvoller. Der Unterschied: /dev/rdsk sind die Raw-Devices, /dev/dsk sind Character-Devices (mit Filesystem, diese Devices werden normalerweise gemountet).

wolfgang

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #13 am: 26. September 2010, 15:25:55 »
Nun, also mit "dd if=/dev/zero of=/dev/rdisk/c0t0d0s2 bs=5000000" (und auch ohne "bs=5000000") hab ich es auch schon probiert.. Gab gleich ein paar Fehlermeldungen ("dd: /dev/rdsk/c0t0d0s2: open: I/O error")... Das bei beiden Platten :(

Ich hab mal geguggt, was format -> partition -> print bei der Ultra 2 zu der "kleinen" 9.1er Platte sagt.. Da gibts an Stelle 2 einen Partition mit der Zuordnung "backup", Flag "wu". "root" ist auf Stelle 0, mit dem Flag "wm". Außerdem gibts noch "swap" (1/wu) und "usr" (6/wm). Die "backup" ist lt. Größe die größte Partition und geht von Tylinder 0 bis 4923, also die gesamte Platte. Hieße das, ich müsste diese per dd überschreiben?

Bezüglich der Sicherheit: Es geht dem Vorbesitzer nur darum, dass die Daten "verschwunden" sind, nicht speziell darum, dass die Daten sicher entsorgt wurden.

Grüße, Xaar.
« Letzte Änderung: 26. September 2010, 15:28:13 von Xaar »

oreissig

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Re: Zügige Festplatten-Formatierung unter Solaris 10?
« Antwort #14 am: 26. September 2010, 17:00:06 »
genau, du brauchst den slice, der die gesamte platte abdeckt.

EDIT: warum da i/o-error kommt versteh ich aber auch grad ne. stimmen die anderen zahlen beim device-eintrag?